Mein Sonntag am Hintersteiner See und warum Stress ein Arschloch ist

Eigentlich geht’s in diesem Blogbeitrag nur zweitrangig um meinen Ausflug zum Hintersteiner See, aber…da war ich heute Nachmittag! Ich liebe diesen See, vor allem im Sommer. Dann ist er nämlich schön kalt und man kann sich super darin abkühlen. Heute war mir eigentlich ein bisschen zu viel los, aber schön war’s trotzdem. Ich hab mir ein Platzerl gesucht zum chillen in der Sonne und ordentlich Vitamin D getankt!

Vielleicht ist euch schon aufgefallen…in letzter Zeit war ich wieder mal nicht so fleissig hier auf’m Blog. Warum? Tja…das hat mich eine Weile gebraucht rauszufinden, aber ich denke jetzt weiss ich es. Die Antwort ist Stress! Genaugenommen hatte ich ziemlich viel Stress in der letzten Zeit, auch wenn sich das in dem Moment gar nicht so angefühlt hat. Ich hab mir den Stress gemacht. Im Kopf. Selber. Hmmm…

Wie du vielleicht mitbekommen hast hab ich genau heute vor einem Monat meine Prüfung zur Ernährungstrainerin bestanden. Mit Auszeichnung. Jippiiee! Die Zeit davor war sicher stressig. Ich hatte viel Arbeit, und dann noch die Lernerei, und eine Trennung hatte ich auch hinter mir. Dafür war die Lernerei und die viele Arbeit aber gut, dann hatte ich nicht so viel Zeit nachzudenken.

Über meine bestandene Prüfung (mit Auszeichnung!!!) konnte ich mich gar nicht wirklich freuen, zumindest war die Freude nicht lange andauernd. Warum nur? Wahrscheinlich weil das ja noch nicht das Ende bedeutete, ganz im Gegenteil, das war erst der Anfang. Zumindest für mich…in meinem Kopf. Letztes Jahr im Herbst hatte ich den ultimativen Plan! Ausbildung abschließen, Bloggen was das Zeug hält, Workshops anbieten, anderen Leuten helfen die richtige Ernährung für sich zu finden, damit Geld verdienen, reich werden, usw. Der Plan war da und nicht so übel wie ich fand.

Der Weg ist das Ziel!

Ich hab das Leben vergessen. Das Leben, das vielleicht noch da ist um gelebt zu werden. Das hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Oder eigentlich hat es mich wieder zurückgeholt. Zurück auf den Boden der Tatsachen. Ich hab mich verschanzt, hab jegliche Hobbies und Freunde vernachlässigt um zu lernen oder zu bloggen. Ich bin stundenlang vor’m PC gesessen und hab dabei die Freude im Leben verloren. Die Freude am Blogartikel schreiben, die Freude am Kochen, die Freude am Essen. Was ist passiert?

Mein Körper hat das eine Weile mitgemacht, aber irgendwann (so im Februar) war Schluss. Plötzlich hatte ich mit Unverträglichkeiten zu kämpfen, Histamin? Fructose? Laktose? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Mir ging’s nicht gut. Also wirklich nicht. In der Früh hab ich mich aus dem Bett gekämpft, um 11 war ich schon wieder müde, Essen machte keinen Spaß mehr, Kochen auch nicht. Auf’m Berg war ich schon lange nicht mehr, Skitour, vielleicht 3 über’n ganzen Winter. Keine Motivation, kein Antrieb, keine Kraft. Für nix.

Irgendwann hab ich gemerkt, dass ich mich gerade wieder verrenne. Dass das Leben an mir vorbeizieht, und ich diesen Kopfstress nicht packe. Das bin nicht ich. Ich kann Stress nicht haben. Ich weiss das eigentlich. Warum hab ich’s nur nicht gesehen? Man wird oft sehr blind für solche Dinge.

Irgendwann letzte Woche bin ich auf einen Artikel gestossen. Der Autor hat auch über Stress geschrieben, und dass man sich erinnern soll, was man als Kind gerne gemacht hat. Ganz unbeschwert und mit Freude. Als Kind nämlich holt man sich die Entspannung automatisch, ohne darüber nachzudenken. Kinder verkopfen sich da einfach nicht so und zerdenken nicht alles bis ins Letzte, die machen einfach.

Ok, als Kind war ich gerne draussen mit Freunden und Nachbarkindern, später hab ich mich mit Freundinnen zum quatschen getroffen, wir ham uns abends in die Wiese oder in die Einfahrt gelegt und in den Sternenhimmel gesehen. Das konnte ich stundenlang machen. Ausserdem hab ich gelesen. Auch stundenlang. Das hat glaub‘ angefangen sobald ich lesen konnte. Ich hab‘ mich mit einem Buch auf unsere Couch geflackt und so lange gelesen bis die Wörter und Buchstaben verschwommen sind. Pferdebücher, Knickerbockerbande, Hanni und Nanni, und später dann Romane, je schnulziger umso besser. Meine Mama kam oft ins Wohnzimmer und hat das Licht aufgedreht, weil ich schon fast im Dunkeln da lag und trotzdem noch las. ‚Mensch Kind, mach doch das Licht an‘! Haha…kommt mir vor als wär’s gestern gewesen.

Tja…mein letztes Buch ist gar nicht lange her, allerdings war es natürlich ein Buch über Ernährung. Das davor war eins über Persönlichkeitsentwicklung. Der letzte Roman ist schon eine Weile her. Also ging ich einkaufen und hab mir Bücher gekauft. So richtig schnulzige Liebesromane mit Happy End und so. Nix zum großartig drüber nachdenken, einfach nur zum dahinträumen. Zum sich vorstellen wie die Charaktere wohl aussehen, wieder Bilder im Kopf haben, mitfiebern und nicht aufhören können weil ich wissen will wie’s weitergeht. Solche Bücher.

Als ich angefangen hab zu lesen, war das gar nicht so einfach. Ich konnte keine Seite lesen ohne dass die Gedanken abgeschweift sind. Es hat ein bisschen Übung gebraucht, da wieder reinzukommen. Wer öfter mal meditiert kennt das, da ist es ähnlich. Lesen ist meine Meditation. Wenn ich mich richtig in ein Buch vertiefe dann hat die Gedankenmaschine Pause. Toll.

Und so kommt es, dass ich heute, nach einer Woche im exzessiven Anti-Stress-Modus, wieder richtig Lust hatte diesen Blogbeitrag zu schreiben. Diesmal ein bisschen persönlicher, aber er kommt aus dem Herz, oder dem Bauch, oder was auch immer.

Ach ja genau…heute war ich am Hintersteiner See, bin einmal rundherum gelaufen, in der Sonne gelegen, nix gemacht. Soviel dazu. 😉 Keine Angst, meine Blogbeiträge sehen nicht alle so aus in nächster Zeit!

Was meine Zukunftspläne angeht…ich hab erstmal alles ein wenig in die Ferne geschoben. Die Diplomarbeit muss nicht unbedingt bis Ende Mai fertig sein, Ende September reicht auch noch, der Blog muss nicht 2 neue Artikel die Woche haben, schließlich ist es mein Blog, da passiert was ich will. Ich habe Arbeit von der ich gut leben kann, auch wenn die mich (noch) nicht reich macht. Alles andere kann warten.

Weniger Stress, mehr Freude, ist das neue Motto. Denn…wenn es mir nicht gut geht kann ich auch niemand anderem helfen, soviel ist klar. Deshalb…nicht wundern wenn’s hier mal etwas ruhiger zugeht…ich regeneriere! 😉

Wie holt ihr euch in Stresszeiten mehr Freude ins Leben? Bin dankbar für Tipps und Tricks!

Bis ganz bald

Tanja

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6 Kommentare zu “Mein Sonntag am Hintersteiner See und warum Stress ein Arschloch ist

  1. Toller Artikel. Gefällt mir sehr gut. Dass mit dem „…was man als Kind gerne gemacht hat…“ werde ich mir auch mal zu Herzen nehmen und es umsetzen. Schöne Grüße aus München 🙂

    • Danke Elena! Ja ich fand den Tipp auch sehr hilfreich, probier’s mal aus, bei mir hat’s geholfen! Liebe Grüße aus dem Stubaital nach München! 😉 PS.: schöner Blog! Italien lieb ich auch und hab ich gleich um die Ecke!

  2. Hallo Tanja, gut das du erkannt hast woran es liegt und jetzt etwas vom Stress Weg kommst.
    Ich hoffe dir geht es bald wieder blendend.
    Bis dann und viele Grüße Mario.

  3. Hallo tanja.
    Du beschreibst des total guat.
    Weiter so.
    Ma muass in der heutigen zeit wieder de alten werte wieder zu schätzen lehrnen.
    Arbeitn und geld braucht man, aber die freizeit is a goldenes gut.
    Ahjo und wennst amoi wem zum skitourengeh brauchst, meld die bei mia.
    I find as stubai traumhoft. Sarte gean von da franz senn hüttn aus.
    Lg, und an schean sonntog

    • Danke Martin! Ja die Freizeit darf nicht zu kurz kommen, und die Gesundheit steht sowieso an erster Stelle! Gerne im Winter mal eine Skitour! Von der Franz-Senn bin ich eh noch nie gegangen! Liebe Grüße, Tanja

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