Rinnensee und Rinnenspitze 3003m

Stubai. Seven Summits. Rinnensee und Rinnenspitze. Juhuuuu! Endlich geschafft. Die Rinnenspitze war der letzte der Seven Summits, der mir auf meiner Stempelkarte noch gefehlt hat. Und jetzt ist das Werk vollbracht, ich war auf den schönsten und zum Teil höchsten 7 Gipfeln des Stubaitals.

Vor Jahren war ich mit meiner kleinen Schwester schonmal auf der Rinnenspitze. Wir gingen damals den ersten Teil des Stubaier Höhenwegs und kamen gerade von der Starkenburger Hütte. Diese Etappe war lang und kräftezehrend, wir waren bestimmt 8 Stunden unterwegs. Mein Knie schmerzte. Ursprünglich war geplant, dass wir am darauffolgenden Tag die nächste Etappe zur Neuen Regensburger Hütte gehen und dann ins Tal absteigen.

Wir warfen unsere Pläne über den Haufen und beschlossen damals spontan am nächsten Tag auf die Rinnenspitze zu gehen. Diese Entscheidung haben wir nie bereut, ich denke es war für uns beide der erste 3000er. Was für ein Glücksgefühl!

Nun ja, damals gab es aber noch keine Seven-Summits-Karte und somit war der Gipfel zwar schon erreicht, aber noch nicht abgehakt.

Zurück also im Jahre 2019. Der Oktober ist noch ungewöhnlich warm, das Thermometer klettert noch weit über die 20-Grad-Marke.

Eigentlich sollte es ein Home-Office-Tag werden, der Blick aus dem Fenster am frühen Morgen offenbarte mir aber traumhaftestes Herbstwetter. Hmm…ich entschloss mich spontan, Arbeit Arbeit sein zu lassen, und packte meine Wandersachen. Ich überlegte noch kurz zwischen Serles und Rinnenspitze, mein Bauchgefühl sagte mir aber, dass heute der Tag der Tage ist um meine Seven Summits abzuschließen.

Rinnensee und Rinnenspitze – Die Tour…

Ich fuhr also mit dem Auto nach Neustift, im Ortsteil Milders bog ich links ins Oberbergtal. Am Ende des Tals steht man in Oberiss, wo es auch einen gebührenpflichtigen Parkplatz gibt. Hier ist der Ausgangspunkt rauf zur Franz-Senn-Hütte, von da geht es weiter zum Rinnensee und zur Rinnenspitze.

Ein Hinweisschild verrät mir, dass die Franz-Senn-Hütte bereits geschlossen ist. Gut dass ich mir noch einen kleinen Snack mitgenommen habe.

Nach den ersten 100 Höhenmetern wanderte ich bereits in der prallen Sonne, die ersten Kleidungsstücke flogen in den Rucksack. Übrig blieb das T-Shirt. Wahnsinn, und das Ende Oktober! Ein Traum…

Blick zurück ins Richtung Oberbergtal

Ich hatte erst kurze Bedenken, ob die Rinnenspitze schneefrei zu erreichen ist, immerhin hat es schon ein, zwei mal ziemlich weit heruntergeschneit. Aber etwas oberhalb der Franz-Senn-Hütte zeigt sich zum ersten Mal der Gipfel…kein Problem, alles frei.

Nach gut 2 Stunden Gehzeit kam ich zur Abzweigung Rinnensee oder Rinnenspitze. Ich entschied mich dazu, zuerst auf den Gipfel zu gehen, und danach beim Runtergehen noch am See zu entspannen. Gesagt getan. Nach knappen 3 Stunden Gehzeit erreichte ich den Gipfel der Rinnenspitze. Ich machte es mir gemütlich, genoss die Traumhafte Aussicht auf die umliegende Gletscherwelt und schoss ein paar wunderschöne Bilder. Natürlich packte ich meine Stempelkarte aus und holte mir den langersehnten, letzten Beweis.

Rinnensee
Das letzte Stück zum Gipfel
Rinnenspitze 3003m

Kurz darauf kamen zwei Männer, die eine etwas längere Tour in den Beinen hatten. Sie radelten einmal von Steinach und einmal von Axams zum Ausgangspunkt in Oberiss, und gingen dann noch den Weg auf die Rinnenspitze! Nicht schlecht, da bin ich baff.

Auf zum Rinnensee…

Nachdem ich die zwei dazu genötigt habe, ein paar Gipfelbilder von mir zu schießen, verabschiede ich mich, und mache mich auf den Weg zum Rinnensee.

Dort genieße ich die Sonne, spiele Fotomodel und beschließe das letzte Bergsee-Bad in diesem Jahr zu nehmen. Kann man schonmal machen bei diesen Temperaturen. Haha, schön erfrischend!

Die Berge spiegeln sich im Rinnensee

Ich lasse mich kurz in der Sonne trocknen, ziehe mich wieder an und mache mich auf den Rückweg. Eilig habe ich es nicht, ich geniesse die Ruhe, die Natur und die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut. Immer, wenn mich ein schönes Fotomotiv anspringt, pack ich die Kamera aus und spiele mich mit dem Selbst- bzw. Fernauslöser. Es entstehen traumhafte Bilder, ich hab‘ voll die Freude.

Der Blick zurück zur Rinnenspitze

Das sind wunderschöne Momente, von denen ich noch lange zehren werde. Ich bin voll bei mir und genieße jeden Augenblick. Einfach nur schön.

Irgenwann meldet sich ein bekanntes Gefühl in der Magengegend….Hunger! Meine Snacks sind schon lange aufgegessen, ich sehe auf die Uhr und es ist fast 17.00 Uhr. Ich liege aber immer noch oberhalb der Franz-Senn-Hütte im Gras. Zeit, den Bergtag ausklingen zu lassen und zurück zum Auto zu gehen. Gleich darauf verschwinden auch die letzten Sonnenstrahlen hinter den Berggipfeln.

Die letzten Sonnenstrahlen genießen…

Was für ein Traumtag! Warst du schon auf der Rinnenspitze?

Hier geht’s zur genauen Tourenbeschreibung: Bergtour Rinnenspitze

Alles Liebe

Tanja

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